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14.08.2019 11:19

Senkung der Wasser- und Kanalgebühren zum 01. Oktober 2019

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Markgemeinde Geiselwind,

 

ich freue mich Ihnen die erstmalige Gebührensenkung im Bereich der Wasserversorgung um rd. 15 % (von derzeit 2,82 €/m³ auf 2,40 €/m³) und in der Entwässerung um rd. 3,4 % (von derzeit 2,46 €/m³ auf 2,38 €/m³)  ab 01.10.2019 mitteilen zu können und möchten Ihnen hierzu die Hintergründe und Zusammenhänge erläutern.

 

Die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung stellen kostenrechnende Einrichtungen dar, welche nach den gesetzlichen Vorgaben kostendeckend zu betreiben sind.

Die Gemeinden sind rechtlich verpflichtet, ihre Einnahmemöglichkeiten aus Entgelten vollständig auszuschöpfen (Art. 62 Abs 2 GO, Art. 5 KAG, Art 8 KAG).  Finanzierungsinstrumente sind dabei die einmalige Beitragserhebung (Art. 5 KAG) sowie die Benutzungsgebührenerhebung (Art. 8 KAG). Die Gebühren werden jährlich nach der erbrachten Leistung und Gegenleistung (Wasserbezug, Abwasserbeseitigung) erhoben.

Hierbei ist bei der Gebührenkalkulation im Kalkulationszeitraum ein Kostenausgleich zu erreichen (Unterdeckungen sind zur vermeiden, Überschüsse werden dem anstehenden Kalkulationszeitraum angerechnet)

Für den kommenden Kalkulationszeitraum 2020/2023 wurde auf Grundlage der ansatzfähigen und zugeordneten Kosten vom Dr. Schulte /Röder Kommunalberatung UG& CO, KG, Veitshöchheim die Gebührenkalkulationen für die Wasserversorgung und Entwässerung durchgeführt und für den Zeitraum 2020/2023 erstellt

Hierbei sind die betriebswirtschaftlichen Kosten der jeweiligen kostenrechnenden Einrichtung anzusetzen. Hierzu zählen die Betriebskosten im engeren Sinn (Personal- und Sachkosten), die Kosten der Verwaltung und des Unterhalts, sowie die kalkulatorischen Zinsen für das Anlagekapital und angemessene Abschreibungen. Die festgestellten Überschüsse bzw. Fehlbeträge aus dem Nachkalkulationszeitraum 2015-2019 sind diese in den Vorkalkulationszeitraum 2020-2023 zu übernehmen.

 

Kalkulation Wassergebühr:

 

Unter Berücksichtigung der Fehlbeträge und Überschüsse des Nachkalkulationszeitraumes (2016-2019) sind im Vorkalkulationszeitraum (2020-2023) die kalk. Kosten in Höhe von rd. 403.605,65 €/Jahr über die Wassergebühr zu decken. Bei einer kalkulierten realistischen Wasserabnahmemenge von rd. 168.000 cbm jährlich errechnet sich eine zukünftige Wassergebühr i. H. von 2,40 €/m³ (netto), welche zur Kostendeckung erforderlich ist. 

Im Vergleich zur bisherigen Gebührenhöhe von 2,82 €/m³ (netto) stellt dies eine Reduzierung um 0,42 €/m³ dar. Dies entspricht einer Absenkung von rd. 15 %.

Die doch gravierende Absenkung ist darauf zurückzuführen, dass die in den letzten Jahren durchgeführten investiven Maßnahmen in der Wasserversorgung über die Beitragsveranlagung abgerechnet wurden und somit nicht wie in der Vergangenheit indirekt in die Gebührenberechnung einfließen.

Im Vergleich der Ausgabenpositionen ist weiter festzustellen, dass die Erneuerung der Ortsnetze (insbesondere das ON Rehweiler) erwartungsgemäß die tatsächlichen Unterhaltskosten des unbeweglichen Vermögens der Wasserversorgung im Haushaltjahr 2015 mit rd. 107.500,-- € gebucht bis 2018 auf rd. 22.000,-- € überdimensional abgesenkt werden konnten.

Im Gegenzug ist der Wasserverbrauch leicht angestiegen.

 

Der Markt Geiselwind versucht auch im kommenden Kalkulationszeitraum die Gebühr durch effektive Maßnahmen (Höhere Trinkwassernutzung aus eigenen Wasserversorgungsanlagen, günstigere Stromnutzung in der Wasserversorgung durch Energienutzung durch Eigenstrom über Photovoltaikanlagen, Optimierung von Steuerungsanlagen zur Einsparung von Energie und Personalstunden usw.) weiter absenken zu können.

 

Hierfür möchte ich mich als Erster Bürgermeister des Marktes Geiselwind bei allen Mitgliedern des Marktgemeinderates für das konstruktive Mitwirken recht herzlich bedanken.

 

Ihr

 

    Ernst Nickel

Erster Bürgermeister

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